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Spiel ’16: Nicht nur Besucherrekord

Spieler an Tischen testen die Spieleneuheiten

Auch in diesem Jahr fand in Essen Europas größte Spielemesse die weltweit größte Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele statt. Bei den 34. Internationalen Spieltagen der Spiel wurde nicht nur der Besucherrekord aus dem Vorjahr (162.000) mit 174.000 Besuchern und Einkäufern eingestellt. Die Besucher wurden in diesem Jahr von über 1000 Austellern begrüßt.

So International wie nie zuvor

Mehr als jeder zweite der 1021 Aussteller kam in diesem Jahr aus einer der 50 vertretenden Nationen, wie den USA, Frankreich, Polen, Kolumbien, Aserbaidschan und Mazedonien. Drei zusätzliche Hallen wurden geöffnet um diesen Zahlen gerecht zu werden. Dies waren die Hallen 1,2,3,4,6 und 7.

Trends 2016

Der offensichtlich größte Trend in diesem Jahr dürften die sogenannten ‚Escape-Games‘ gewesen sein, bei welchen die Spieler in Teams versuchen müssen knifflige Aufgaben zu meistern um aus einem Raum zu entkommen. Dieses Spielprinzip dürfte den meisten u.a. aus Serien wie ‚The Big Bang Theory‘ oder den diversen Anbietern, auch in deutschland, bekannt vorkommen. Genau diesen Trend haben der Kosmos Verlag, HCM Kinzel oder auch Noris erkannt und entsprechende Spielvarianten für zuhause entworfen und vorgestelt. Spieler müssen hier an einem frei wählbaren Ort Gegenstände entdecken, Codes knacken und Rätsel lösen. Noris setzt hier als einziger auf ein kleines Gerät als Spielleiter, welches alle Antworten kennt und gegen alle Spieler spielt. Preislich liegen diese Spiele zwischen 12€ und 50€.

Mehr als 1200 Spiele-Neuheiten und Weltpremieren

Und noch einen Rekord konnte die Spiel in diesem Jahr aufstellen: Erstmals erwarteten mehr als 1200 Neuheiten und Weltpremieren darauf, von den Besuchern entdeckt und auf Herz und Nieren getestet zu werden.

Außergewöhnliche Spielideen

Es gab selbstverständlich noch hunderte andere, zum Teil ganz ungewöhnliche Spielideen zu entdecken. Ein sehr schönes Beispiel hierfür war ‚The Perfume‘ von Big Fun Idea, ein Spiel, das mit der Nase gespielt wird. Dank eines speziellen Verfahrens, wurden reale Gerüche auf Spielkarten ‚gedruckt‘ und es gilt die geheime Formel eines Parfüms zu entschlüsseln.

Spiel des Jahres 2016

Der gewinner des Kritikerpreises ‚Spiel des Jahres‘ hieß in diesem Jahr ‚Codenames‘ von Czech Games und dem Heidelberger Spieleverlag.

Codenames ist das Spiel des Jahres

Es ist bereits für 15€ zu haben und bietet 2-8 Spielern ab 10 Jahren eine Menge Spielspaß.
Zu diesem Spiel wird es in den nächsten Tagen einen seperaten Beitrag geben.

 

Als Fazit lässt sich festhalten:

Auch in diesem Jahr sorgte die Spiel für Begeisterung bei allen Spieleliebhabern und ich freue mich auf die 35. Spiel vom 26.-29.10.2017!

Foto des morgendlichen Asturms

Kategorie: Spiele

von

Hallo zusammen, mein Name ist Lennart Zumholte, auch bekannt als '@­derAfri'. Ich bin examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger. Was soll ich sagen? In diesem Beruf erlebt man viel! Viel schönes, viel Trauriges. Für mich eine sehr interessante Kombination. Neben meiner Arbeit - ja, ich finde tatsächlich noch freie Termine in meinem Kalender - engagiere ich mich politisch und nebenbei fotografiere ich sehr gerne.

2 Kommentare

  1. amarillyon sagt

    Ergänzend ‚mal meine Eindrücke und gefühlte Trends von der SPIEL’16:

    Persönlich fiel mir (#ausgründen) vor allem anderen zunächst der (weitere) Rückgang des Bereichs der „ComicACTION“ auf.
    Außer PANINI war kein anderer Verlag vertreten. SPLITTER und viele Andere aus den letzten Jahren waren nicht zu finden. Gleiches gilt für viele Händler.
    Auch gab es die traditionelle „Künstler-Galerie“ nicht mehr, auf der unabhängige Künstler_innen und junge Talente ihr Portfolio zeigten.
    Sollte PANINI sich auch noch zurück ziehen, prophezeie ich das Aus für die ComicAction auf der SPIEL.

    Fast ebenso wie den Comics geht es den Rollenspielen (Pen&Paper).
    War es vor Jahren noch eine ganze Halle die sie füllten, gehen sie heuer im Gemisch der Halle 2 (Brettspiele/Tabeltops/Händer/LARP/Merchandise/ComicAction) völlig unter.
    Das war besonderst spürbar für langjährige Messebesucher – die in der dieses Jahr wieder hinzu gekommenen (früher traditionellen „Rollenspiel“-) Halle 6 diesmal ausschließlich kleinere (Brett-)spielverlage vorfanden.

    Mit Rückgang der Rollenspiele und der Comic-Abteilung war in diesem Jahr auch deutlich weniger Cosplay zu sehen.

    Nun ist das Thema Diversifikation des Angebotes seit ehedem umstritten – viele Brettspielpuristen finden (zurecht), dass der ganze Comic, Manga und Geek-Merchandise-Kram eigentlich auf einer (Brett-)Spielmesse nichts zu suchen hat. Sie tun sich schon mit Tradingcards und Rollenspielen schwer.
    Auf der anderen Seite ist der Übergang von (Brett-)Spielen über Tabletops und Rollenspielen hin zu Pop- und Geek-Kultur fließend, was man immer wieder anhand vieler Themen und Inhalten von Spielen sehen kann.
    Dennoch schein der „Trend“ auf der Messe in den letzten Jahren mehrheitlich wieder eher zu konservativeren Brettspielen (auch wenn Aufmachung und Inhalte oftmals durchaus ‚geekig‘ sein können).

    Die „Internationalisierung“ der Messe war hingegen allgegenwärtig.
    Angefangen vom Sprachengewirr in der U-Bahn bei An- und Abreise (Besucher) bis hin zu den Ausstellern selbst – gefühlt die Hälfte aller ausprobierten Spiele wurden auf englisch erklärt (mit sehr unterschiedlichen Akzenten ;)
    Was auch auffiel: Etlich der im letzten Jahr noch bei kleinen Verlagen aus dem Ausland getesteten Spiele fanden sich in diesem Jahr im Angebot großer deutscher Verlage in Halle 3 wieder (allen voran z.B. bei PEGASUS).
    Das zeigt, wie die SPIEL – neben der „Consumer-messe“ – funktioniert.

    Ein weiterer Aspekt, der sehr ins Auge fiel, war die durchgängig hohe Qualität von Spielebox-Gestaltung und Präsentation.
    Gab es früher viele kleine Verlage die über „DIY-Gestaltung“ nicht hinaus kamen, waren dieses Jahr auch bei den kleineren Ständen überwiegend sehr professionelle Präsentationen (Titel/Illustrationen/Spielmaterial) zu sehen.
    Das macht das Ausprobieren der Spiele um so wichtiger, versteckte sich doch all zu oft hinter sehr vielversprechenden Verpackungen ein eher enttäuschendes Spielkonzept.
    Auch und gerade bei großen Verlagen.

    Ebenfalls auffällig ist die Entwicklung zu dreidimensionalen Spielmaterial/-brettern aus fester Pappe – nicht nur aber vor allem bei Kinder-/Familienspielen.
    Beispiel/Geheimtipp -> „Banana Bandits“ gestaltet von Tommy Ng
    Bereits Sonntag Mittag waren die 300 aus HongKong mitgebrachten Copys ausverkauft.
    Würde mich nicht wundern, das Spiel im nächsten Jahr im Portfolio eines großen deutschen Verlages wieder zu finden.
    https://boardgamegeek.com/boardgame/206540/banana-bandits

    So sehr die immer größer werdende Messe mit Rekordzahlen beeindruckt, einhergehend damit ist aber auch das stetige Bewusstsein, selbst mit Dauerkarte nicht wirklich alles gesehen haben zu können geschweige denn probegespielt zu haben.
    Zum einen ob der schieren Anzahl von Spielen und Ständen – zum anderen Aufgrund der stets besetzten Spieltische durch die vielen Besucher.
    Besonders bei den komplexeren Spielen ist es kaum möglich, wirklich viele auszuprobieren. Vor allem an kleineren Ständen mit nur einem oder zwei Spieltischen.

    Dennoch gab es selbst am Wochenende immer wieder freie Tische und in der Regel schnell auch sehr bereitwillige und nette „Erklärbär_Innen“.
    Da merkt mensch, dass Besucherzahl und Ausstellerzahl durch die Erweiterung auf 6 Hallen immer noch gut skalieren.

    Traurig am Rande, aber für die meisten Besucher wohl egal und nur in der „Szene“ ein Thema: Der Tod von Harald Bilz vor eineinhalb Monaten, Chef des Heidelberger Spieleverlages.
    „…mit ihm hat unsere Branche eines ihrer letzten Unikate verloren.“ schrieb die Spielebox – und hat wohl recht.

  2. In der Tat. Viele Spiele wurden uns auf englisch erklärt. Oft gab es die Spiele aber dennoch auch in einer deutschen Version.
    Wir waren nur am Sonntag da, daher wussten wir schon vorher, dass wir nicht alles sehen, und vor allem ausprobieren, können. Dennoch haben wir zum Beispiel mit CABO „im Vorbeigehen“ ein sehr schön gestaltetes (Regenbogen kotzende Einhörner!) und vor allem einfaches Kartenspiel entdeckt und ausprobiert. Würde ich also auch als ‚Geheimtipp‘ deklarieren wollen.
    Viele freie Spieltische würden mich eventuell genauso abschrecken wie zu volle… Schwierig da eine gute Balance zu finden.
    Dass sich große Verlage auch bei der SPIEL umschauen und Spiele übernehmen/adaptieren ist mir auch aufgefallen. So lange die ‚Macher‘ der Spiele einen entsprechenden Anteil bekommen, würde ich da auch nichts gegen sagen.
    Auf die Änderungen der ComicACTION habe ich ehrlich gesagt nicht so sehr geachtet, weil wir nur am Sonntag da waren und uns als „Themenschwerpunkt“ auf die Spiele konzentriert haben. Aber das stimmt. Schade ist es auf jeden Fall!
    Die Frage ist: woran lag es? Hatten weniger Aussteller in diesem Bereich interesse oder lag es an dem Veranstalter (Standgebühr zu hoch etc)?

    Harald Bilz ist, denke ich wirklich nur in der Szene ein Begriff. Das Zitat bringt es auf den Punkt.

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